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Waffenhersteller verkaufen zum ersten Mal seit 2010 mehr

12. Dezember 2017

Es werden auf der Welt wieder mehr Waffen verkauft. Das haben Fachleute am Montag bekannt gegeben. Sie veröffentlichten neue Zahlen.

Die Experten arbeiten beim Friedensforschungsinstitut SIPRI in der schwedischen Hauptstadt Stockholm. Das gibt es seit 1966. Die schwedische Regierung steckt viel Geld in die Organisation, damit sie Politiker, Wissenschaftler und Journalisten mit neuen Zahlen und Beobachtungen rund um das Thema Frieden versorgt. Seit 1989 schauen die Leute dort auch regelmäßig auf die Waffengeschäfte weltweit. Sie beobachten vor allem die 100 größten Firmen in diesem Bereich. Die werden auch Rüstungsunternehmen genannt.

Für das Jahr 2016 kamen die SIPRI-Experten zu dem Ergebnis: Fast 375 Milliarden US-Dollar brachte der weltweite Handel mit Waffen und militärischen Diensten ein. Das sind umgerechnet knapp unter 318 Milliarden Euro. Um diese Zahl ausschreiben zu können, müssen wir hinter die Ziffern noch neun Nullen anhängen. Damit verzeichneten die Fachleute erstmals wieder einen Anstieg im Waffenhandel seit 2010. In den vergangenen fünf Jahren waren die Zahlen nämlich zurückgegangen.

Ein Großteil des Geldes floss auf die Konten amerikanischer Waffenfirmen. Es war mehr als die Hälfte. Zu den verkauften Waren zählten Helikopter, Waffensysteme und Flugzeuge. In Europa verzeichneten vor allem die Briten und die Deutschen bessere Waffengeschäfte. Auch Russland konnte zulegen, während die Geschäfte in Japan sich abschwächten. Südkorea in Ostasien steigerte ebenfalls das Rüstungsgeschäft.

Als Grund für den Anstieg nennen Experten die politischen Spannungen auf der Welt: In vielen Teilen der Erde herrscht derzeit Krieg, in anderen drohen gewaltsame Auseinandersetzungen auszubrechen. Vor allem Nordkorea sorgt immer wieder für Aufregung, worauf sein Nachbarland mit Aufrüstung reagiert. Außerdem modernisierten einige Länder ihr eigenes Militär, besorgten beispielsweise neue Panzer. Auch diese Anschaffungen flossen in den SIPRI-Bericht mit ein.

Insgesamt könnte das tatsächliche Ausmaß an Waffenhandel weltweit noch höher liegen als die Zahlen hergeben. Denn die SIPRI-Leute hatten nicht Zugriff auf alle Länderdaten der Welt. China beispielsweise lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.

Viele Menschen kritisieren den Waffenhandel. Denn die Unternehmen verdienen damit Geld. Doch die Waffen werden gebraucht, um Kriege zu führen, und töten und verletzen oft auch unschuldige Menschen. Weil die Waffen zumeist ins Ausland verschickt werden, sprechen Experten auch vom Waffenexport. So nennen sie es, wenn Güter in andere Länder verkauft werden.

(AfK)

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