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Kurden im Irak stimmen über einen eigenen Staat ab

25. September 2017

Viele Menschen im Norden des Staates Irak haben am Montag eine wichtige Entscheidung getroffen. Es waren die Kurden. Sie konnten bei einem sogannnten Referendum ihre Stimme abgeben.

Die Kurden sind eine Volksgruppe aus Westasien. Sie haben aber kein eigenes Land. Deshalb leben in einigen Ländern kurdische Minderheiten, zum Beispiel in der Türkei oder in ihren Nachbarländern Syrien und Irak. In vielen Ländern wurden die Kurden unterdrückt. Sie durften zum Beispiel nicht ihre eigene Sprache sprechen oder sie ihren Kindern in der Schule beibringen. In der Türkei war das so. Die Abgrenzung von Türken und Kurden hat viel Hass geschürt. Kurden und Türken bekämpfen sich auch mit Gewalt. Oft geht es in dem Streit um die kurdische Partei PKK. Sie gilt in der Türkei und auch in anderen Ländern als Terrorgruppe. Auch im Irak fühlen sich die Kurden unterdrückt. Zwar leben sie im Norden des Landes relativ selbständig im sogenannten autonomen Kurdistan. Doch das Sagen hat die irakische Regierung in Bagdad. Dabei soll das Referendum nun Abhilfe schaffen.

Ein anderes Wort für Referendum ist Volksabstimmung. Manche sagen auch Volksentscheid dazu. Dabei dürfen alle mitmachen, die das Wahlrecht besitzen. Dazu müssen sie zum Beispiel ein bestimmtes Mindestalter haben. Mehr als fünf Millionen Kurden durften am Montag abstimmen. Ein Referendum entscheidet jedoch nicht darüber, welche Politiker für die Menschen arbeiten sollen. In einem Referendum geht es um eine bestimmte Frage. Die Menschen können direkt sagen, ob sie dafür oder dagegen sind. Doch worüber wurde entschieden? Die Kurden im Nordirak waren aufgerufen, die Frage zu beantworten: Wollen sie in einem selbständigen Staat leben oder nicht? Vorab gingen viele Experten davon aus, dass die Entscheidung für einen eigenen Staat ausfallen würde. Das Ergebnis ist aber nicht bindend. Selbst wenn die Kurden für einen eigenen Staat stimmen sollten, erwartet niemand eine sofortige Unabhägigkeit des Gebiets.

Das Referendum ist zudem umstritten. Die irakische Regierung hat es für illegal erklärt und wollte es verhindern. Premierminister Haider al-Abadi verkündete im Fernsehen, dass er die Abstimmung nicht akzeptieren würde. Er rief außerdem andere Staaten dazu auf, Kurdistan zu boykottieren. Dieser Begriff kommt aus Irland und bedeutet Ächtung. Auch die Türkei drohte mit Strafen. Außerdem sind die USA nicht glücklich darüber, dass die Abstimmung stattfindet. Sie befürchten, dass es in der Gegend zu Unruhen kommen könnte.

(AfK)

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