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Deutschland ist Schlusslicht bei Organspenden

25. März 2017

In Deutschland gibt es weniger Organspenden als in anderen europäischen Ländern. Das liegt aber nicht daran, dass die Deutschen vor der lebensrettenden Hilfe zurückschrecken, berichtet die Organisation Eurotransplant. Es liegt an der schwierigen Organisation von Transplantationen. Doch was steckt hinter diesem Begriff und wie läuft eine Organspende ab?

Transplantation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Verpflanzung". In der Medizin ist damit gemeint, dass Organe "verpflanzt" werden. So eine Operation ist für einige kranke Menschen überlebenswichtig. Ihr Herz funktioniert zum Beispiel nicht richtig, oder ihre Leber arbeitet nicht ausreichend. Fallen diese Organe aus, dann ist das schlimm. Ärzte können den Menschen helfen, indem sie die Organe austauschen. Bei einer Operation erhalten die Patienten dann beispielsweise eine neue Niere. In Deutschland warten Tausende Menschen auf ein neues Organ.

Gesunde Menschen können dabei helfen, indem sie Organe spenden. In manchen Fällen geht das, wenn die Spender selbst noch am Leben sind. Sie können zum Beispiel eine ihrer beiden Nieren abgeben und mit der anderen Niere gesund weiterleben. Bei einer Herztransplantation geht das nicht. In dem Fall kommt die Organspende von Menschen, die nach ihrem Tod Organe abgeben, um anderen Menschen das Leben zu retten. Viele Menschen erklären sich dazu bereit. Sie haben einen Organspende-Ausweis. Dort können sie angeben, dass sie Organe spenden wollen, und auch festlegen, welche ihrer Organe transplantiert werden dürfen.

Nun aber schreibt die Organisation Eurotransplant in ihrem Jahresbericht, dass in Deutschland weniger Organe gespendet werden als in anderen europäischen Ländern. Am Freitag stellten die Fachleute die Zahlen des Jahres 2015 aus verschiedenen Partnerländern vor. Dabei kam heraus: Deutschland ist Schlusslicht. Von einer Million Menschen haben nur elf in dem Jahr ihre Organe gespendet. In Ländern wie Österreich, Kroatien oder Belgien sind es zwei- bis dreimal so viele.

Der Grund dafür ist nicht, dass Deutsche vor der Organspende zurückschrecken. Im Gegenteil: Die Spendenbereitschaft ist hoch, schreiben die Fachleute. Es hapert eher an der Organisation. Denn eine Transplantation ist ein kompliziertes Verfahren. Das Spenderorgan muss zum Körper des Patienten passen, der es bekommen soll. Und es muss schnell entschieden und operiert werden. Das alles könnte in Deutschland noch besser laufen. Erhard Hackler, der Chef des Bundesverbands für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz, rät deutschen Fachleuten, nach Spanien zu schauen. Deutschland könne von dem Land viel lernen, sagt er.

(AfK)

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