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300 Schaulustige bei Brand in Duisburg

11. Juni 2017

Mehrere Hundert Menschen haben sich in der Stadt Duisburg vor einem Haus versammelt, in dem es gebrannt hat. Die Feuerwehr konnte nicht richtig arbeiten. Dass so viele Menschen zugucken, ist neu, sagte der Chef der örtlichen Feuerwehr der Zeitung "RP online".

Manche Menschen halten an, wenn es einen Unfall gegeben hat oder wenn es irgendwo brennt. Sie schauen zu, wie Polizei und Krankenwagen kommen und Verletzte versorgt werden. Mitunter knipsen sie sogar alles und stellen es später ins Internet. Auch an Zeitungen und Fernsehsender werden Bilder weitergegeben. Diese Gafferei ist den Helfern ein Dorn im Auge.

Am Donnerstagabend haben sich 300 Menschen vor einem Haus aufgestellt, in dem ein Brand ausgebrochen war. Als die Feuerwehr anrückte, kam sie nicht richtig durch. Dabei ist es wichtig, dass sie möglichst schnell da ist, wenn Menschenleben in Gefahr sind. Die Feuerwehr musste die Polizei rufen. Die Polizisten sorgten dann dafür, dass die Retter ihre Arbeit machen konnten.

"RP online" hat danach mit Oliver Tittmann gesprochen. Er ist der Leiter der Feuerwehr in Duisburg. Oliver Tittmann sagte: "Bis zu einem gewissen Grad ist es auch verständlich, dass sich Schaulustige versammeln. Der Mensch ist nun mal neugierig. Aber, dass es so unheimlich viele Menschen sind, das ist etwas Besonderes. 250 bis 300 Schaulustige sind auch für uns eine neue Dimension. Und wir wissen noch nicht genau, wie wir damit umgehen sollen."

Oliver Tittmann fand es aber nicht gut, dass viele Kinder zugeschaut haben: "Ich finde, sie müssen so etwas wirklich nicht sehen." Es geht ihm aber auch um die Verletzten: "Stellen Sie sich vor, Sie sind in so einer Situation gesundheitlich betroffen. Das ist unheimlich stressig, wenn dann noch Gaffer herumstehen, sehen wie Sie mit Schläuchen im Mund herausgetragen werden, ist das einfach nicht würdevoll. Entsprechend ist es wichtig, Betroffene abzuschirmen."

Schaulustige werden künftig strenger bestraft werden, wenn sie die Retter behindern. Der Feuerwehrchef von Duisburg glaubt jedoch nicht, dass sich solche Menschenansammlungen verhindern lassen. Er wünscht sich: "Für uns ist einfach wichtig, dass man uns die Möglichkeit gibt, unsere Arbeit schnell und gut zu machen, und würdevoll mit den Opfern umzugehen".

(AfK)

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