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Deutsche Sprache in aller Munde?

1. Februar 2006

In den Medien wird zurzeit darüber diskutiert, ob es auf allen Schulhöfen zur Pflicht werden soll, deutsch miteinander zu sprechen. Eine Schule in Berlin macht es vor. Dort ist die deutsche Sprache Pflicht. Wie es dazu kam und warum das Thema so heiß diskutiert wird, kannst du hier erfahren.

Viele Menschen auf der Welt verlassen aus politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat und bauen sich in anderen Ländern ein neues Leben auf. Auch in Deutschland leben viele Menschen, deren Eltern oder Großeltern einst ihre Heimat verlassen haben.

Doch das neue Leben kann schwierig sein, denn sie müssen sich mit einer fremden Sprache, einer anderen Lebensweise und Kultur auseinander setzen. Einerseits ist es für diese Menschen wichtig, die Tradition, Religion und auch die Erinnerung an ihre ursprüngliche Heimat zu bewahren. Andererseits wird von ihnen aber auch erwartet, dass sie sich in ihrer neuen Heimat zurechtfinden und eingliedern.

Um sich in dem neuen Land zurechtzufinden, ist das Beherrschen der Landessprache (bei uns also Deutsch) sehr wichtig. Denn ohne die entsprechende Sprache kann man sich schlecht verständigen, ob mit Freunden, den Lehrern oder im Beruf. Das gilt natürlich nicht nur für Einwanderer, sondern für jeden Bewohner eines Landes.

Wie sollen Kinder in der Schule sprechen?

In Deutschland ist Bildung Ländersache. Das heißt, die Regierungen der Bundesländer entscheiden jede für sich, wie schulische Fragen geregelt werden. Das gilt auch für das Erlernen der deutschen Sprache in den Schulen.

So gibt es in Hamburg zum Beispiel schon seit dem Jahr 2002 einen Sprachtest. Jedes Kind, dessen Familie aus einem anderen Land stammt, muss mit viereinhalb Jahren an diesem Test teilnehmen. Die Ergebnisse des Tests dienen dazu, für jedes Kind ein Förderprogramm zu entwickeln. Es ist eine Hilfe, damit alle Kinder bei der Einschulung die gleichen Deutschkenntnisse haben.

Wie jetzt bekannt wurde, gibt es eine Berliner Schule, die einen anderen Weg versucht. Die Schulleitung, Schüler und Eltern haben hier bereits vor 18 Monaten beschlossen, dass auf dem gesamten Schulgelände Deutsch gesprochen werden soll. Und das nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Pause auf dem Schulhof. Bei mehr als der Hälfte dieser Schüler ist Deutsch nicht die Muttersprache. Andere Schulen wollen diesem Beispiel nun folgen.

Es gibt Politiker und Organisationen, die sich um die Interessen von Einwanderern kümmern. Viele von ihnen sind für die Einführung von Sprachtests und die Deutschpflicht auf Schulhöfen. Andere sind der Meinung, dass diese Regelungen freiwillig sein sollen (für die Länder, Schulen und Schüler). Und wieder Andere sind dagegen, weil sie darin eine Benachteiligung sehen oder auch eine Herabsetzung der Herkunft, Sprache und Tradition von Einwanderern. Vor allem in der Deutschpflicht auf den Schulhöfen sehen sie ein Problem.

Darf man das Sprechen einer anderen Sprache verbieten?

Dass es wichtig ist, eine Landessprache gut zu sprechen, halten die meisten Menschen für richtig. Es bedeutet ja nicht, dass jemand deshalb die Sprache und Geschichte seiner früheren Heimat vergessen soll. Es gibt bei uns aber noch keine allgemeinen Regelungen oder Gesetze, die bestimmen, wie jeder Zuwanderer und seine Familie die Landessprache erlernen soll.

Daher wird es darüber auch weiterhin viele Diskussionen in der Politik und in der Gesellschaft geben. Man sollte auf jeden Fall nicht vergessen, dass beim Zusammentreffen verschiedener Kulturen immer jeder Mensch dazulernen kann. Denn man lernt eine fremde Sprache und Kultur am Besten durch den Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern.

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