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Ein Windbeutel für die Capri-Sonne

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Gesunder Saft? Von wegen! Das Tütengetränk Capri-Sonne hat den Goldenen Windbeutel bekommen. (Bild: Foodwatch)

22. Mai 2013

In der Werbung werden viele Sachen als gut und gesund dargestellt, obwohl sie es gar nicht sind. Jetzt haben mehr als 100.000 Menschen die größte Werbelüge gewählt und die kommt von Capri-Sonne.

Viele Kinder lieben süße Getränke und trinken zu viel davon. Das ist nicht gut, denn davon kann man richtig dick werden. In der Werbung wird dagegen behauptet, dass Capri-Sonne gesund wäre. "Capri-Sonne & Co. sind Dickmacher ersten Ranges, das ist wissenschaftlich erwiesen", sagt Oliver Huizinga von der Organisation Foodwatch. In Deutschland sind schon 15 Prozent der Kinder übergewichtig, schuld daran sind auch Süßigkeiten und zu süße Getränke.

Capri-Sonne richtet sich mit seiner Werbung gezielt an Kinder, zum Beispiel im Fernsehen, im Internet oder auch bei Sportveranstaltungen. Damit will der Hersteller den Eindruck erwecken, dass es ein gutes Getränk für sportliche Menschen ist. Bis Anfang Mai verbreitete der Hersteller sogar Unterrichtsmaterial an Grundschullehrer, in dem Kindern empfohlen wurde, "viel" Capri-Sonne zu trinken.

So viel Werbung für ein ungesundes Kindergetränk, kein Wunder, dass es den Goldenen Windbeutel 2013 bekommen hat. Der Negativ-Preis soll die Menschen warnen und die Hersteller dazu auffordern, ihre Produkte besser und die Werbung ehrlicher zu machen. Mehr als 100.000 Menschen hatten an der Abstimmung teilgenommen und Capri-Sonne erhielt die meisten Stimmen.

Doch auch andere Produkte waren in diesem Jahr aussichtsreiche Kandidaten:

Paula von Dr. Oetker (enthält 13 Prozent Zucker – mehr als in Dr. Oetkers Schokopudding). Mit Klingeltönen, einer iPhone-App und kunterbunten Online-Spielen betreibt der Hersteller "digitalen Kinderfang": In einem Spiel soll man den Paula-Kinder-Rap auswendig lernen, in einem anderen gibt es Punkte für jeden eingesammelten Paula-Pudding. Damit will Oetker vermitteln: Esst mehr Pudding! Dabei essen Kinder bereits doppelt so viele Süßigkeiten wie von Ernährungsexperten empfohlen.

Nestlé Kosmostars für Zucker-Kleinrechen-Tricks: Laut Nestlé ein "vollwertiger Start in den Tag" mit "Vollkorngarantie" – in Wahrheit schlicht eine Süßigkeit. "Weniger als 9 Gramm Zucker pro Portion", wirbt Nestlé für seine Kinder-Frühstücksflocken. Diese "Portion" wiegt aber nur 30 Gramm. Das bedeutet: Tatsächlich stecken 25 Prozent Zucker in den Kosmostars, mehr als zum Beispiel in Butterkeksen.

Monster-Backe Knister von Ehrmann. Foodwatch kritisiert, dass hier eine Zuckerbombe als Spielzeug gegen Langeweile vermarktet wird – denn in einem Becher stecken umgerechnet rund acht Stück Würfelzucker!

Pom-Bär von Funnyfrisch. Pom Bär (Original) enthält im Vergleich zu Pommes Frites von McDonald’s viel mehr Salz und doppelt so viel Fett. Dennoch behauptet der Hersteller, das wäre "kindgerecht".

Gesünder als Süßigkeiten und Knabberkram sind Obst und Gemüse, denn sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, die der Körper täglich braucht. Für Äpfel, Birnen, Trauben und Apfelsinen wird aber kaum Werbung gemacht, weil man damit nicht so viel Geld verdienen kann. Daher greifen viele Kinder lieber zu den bunten und viel zu süßen Sachen aus der Werbung - schade eigentlich, denn Obst ist günstig, lecker und gesund!

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