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Ein Berlinale-Stuhl bleibt leer

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Der Stuhl von Jafar Panahi als Mitglied in der Jury der Berlinale. Der Iraner konnte nicht kommen, weil er in seiner Heimat im Gefängnis sitzt. (Bild: Berlinale)

13. Februar 2011

Aus Protest gegen die Verurteilung des iranischen Filmemachers Jafar Panahi bleibt sein Platz bei der Berlinale unbesetzt. Es werden viele seiner Filme gezeigt. Am Montag läuft »Der weiße Ballon«.

Jafar Panahi ist einer der besten iranischen Regisseure. Seine Filme sind so gut und interessant, dass er für jeden seiner Filme auf der ganzen Welt sehr viele Filmpreise gewonnen hat. Diese Filmpreise sind im iranischen Filmmuseum ausgestellt. Die Filme von Jafar Panahi aber dürfen im Iran nicht gezeigt werden.

Am bekanntesten ist sein letzter Film »Offside«, für den er den silbernen Bären der Berlinale 2006 bekommen hatte. Darin geht es um Frauen und Mädchen, die gerne der iranischen Fußballmannschaft zuschauen möchten. Das ist im Iran nämlich verboten. Ins Stadion dürfen nur Männer und Jungs. Deswegen verkleiden sich einige Mädchen. Manche kommen durch, aber einige werden geschnappt und verhaftet!

Das hört sich sehr ernst an (und ist es auch: wer will schon ins Gefängnis!), aber Jafar Panahi hat daraus eine tolle Komödie gemacht. Vielleicht sind deshalb die Machthaber im Iran so böse auf ihn: Auf der ganzen Welt hat man darüber gelacht, dass im Iran Frauen nicht ins Fußballstadion dürfen!

Gefängnis und Berufsverbot wegen eines Films, den es noch gar nicht gibt...

Jafar Panahi war bereits zur letzten Berlinale eingeladen worden, um an einer Diskussion über iranische Filme teilzunehmen, durfte aber nicht aus dem Iran ausreisen. Im Dezember wurde er für die Jury der Berlinale ausgesucht, aber kurz danach wurde er verurteilt: 6 Jahre Gefängnis und 20 Jahre Berufsverbot! Außerdem darf er 20 Jahre lang den Iran nicht mehr verlassen oder auch nur Interviews geben.

Der Grund: Er war dabei, einen Film über die letzte Präsidentschaftswahl im Iran zu drehen. Damals glaubten viele Menschen, dass es Wahlbetrug gab. Während der Demonstrationen kam es auch zu Gewalt und viele Menschen wurden verletzt oder sogar getötet (News4Kids hat darüber berichtet: Gewalt nach Wahl im Iran).

Aber der Film ist noch gar nicht fertig. Jafar Panahi und sein Kollege Mohammad Rasoulof, der dieselbe Strafe erhalten hatte, wurden also für etwas verurteilt, was sie noch gar nicht getan hatten! Und das nur, weil die iranische Regierung Angst hatte, kritisiert zu werden...

»Der weiße Ballon« — wie Kinder im Iran leben

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Ein Bild aus dem Film »Der weiße Ballon« (im Persischen: Badkonak-e Sefid). Bild: Berlinale

Die iranische Regierung verbietet dem Regisseur seine Arbeit und sogar das Reden — und hofft vielleicht darauf, dass er und seine Filme dann vergessen werden. Genau deshalb hat sich der Berlinale-Chef Dieter Kosslick dazu entschlossen, dass (fast) ALLE Filme in diesem Jahr bei der Berlinale gezeigt werden. In der Sektion Kplus (das Kinderfilmfest der Berlinale) läuft der Film »Der weiße Ballon«.

Darin geht es um das Mädchen Razieh, das am Tag vor Neujahr einen Goldfisch kaufen will. Aber dann verliert sie das Geld. Wer kann Razieh helfen?

In dem Film kann man sehr gut erfahren, wie Kinder im Iran leben. Er wird am 14.02.2011 (Montag) um 16:30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt, Kino 2, gezeigt. Empfohlen ab 6 Jahren.

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